Werkzeug · Wissenssystem
Aktuarielles Wissenssystem
Antworten mit Beleg, Formeln zum Ausführen — heute ein Prototyp in aktiver Entwicklung.
Aktuarielle Fachfragen haben Quellen: Rechnungsgrundlagen, fachliche Dokumentation, aufsichtsrechtliche Vorgaben, eigene Herleitungen. Und sie haben Formeln, die man rechnen können muss — nicht nur nachlesen. Wir entwickeln ein Wissenssystem, das beides hält: Antworten, belegt auf Satzebene und rückführbar bis zur Fundstelle im Ursprungsdokument — und Formeln, ausführbar und replayfähig hinterlegt, sodass sich jede Rechnung wiederholen lässt. Diese Seite dokumentiert Ansatz, Architektur und den aktuellen Stand: ein Prototyp in aktiver Entwicklung.
Fähigkeiten
Was das System kann
Drei Eigenschaften tragen die Substanz:
Antworten mit Beleg
Fachfragen beantwortet das System mit Quellennachweis auf Satzebene — jede Aussage ist bis zur markierten Fundstelle im Ursprungsdokument rückverfolgbar. Und wo keine tragfähige Quelle existiert, antwortet es nicht: Es sagt, dass es nicht weiß, statt eine Antwort zu erfinden.
Jeder Schritt protokolliert
Ein Audit-Ledger hält jeden Verarbeitungsschritt hash-verkettet fest — welche Quelle geladen, welches Werkzeug gewählt, welches Ergebnis übernommen wurde. Nachträgliche Veränderungen sind erkennbar, nicht behauptet.
Jeder Lauf wiederholbar
Jede Antwort lässt sich auch Monate später rekonstruieren und erneut ausführen — gleiche Eingabe, gleiche Belege, gleiches Ergebnis. Prüfbarkeit ist damit keine Aussage über das System, sondern eine Funktion des Systems: Wer eine Antwort anzweifelt, spielt den Lauf nach.
Architektur
Wie das System gebaut ist
Vier Konstruktions-Entscheidungen, auf denen alles aufsetzt:
- Orchestrierung statt Rechnung im Modell — Das Sprachmodell versteht die Frage und wählt die Werkzeuge; gerechnet, geprüft und belegt wird in deterministischen Komponenten. Jede Formel liegt dafür versioniert doppelt vor — als lesbare Mathematik und als ausführbarer Code — und beide Fassungen werden gegeneinander geprüft. Kein Ergebnis entsteht im Modell selbst.
- Wissensgraph, bitemporal und mandantengetrennt — Wissen, Arbeitsstände und Prüfspur sind je Auftraggeber strikt getrennt. Zu jeder Aussage ist rekonstruierbar, welcher fachliche Stand wann galt — und wann er ins System kam.
- EU-only-Betrieb, gebaut für den regulierten Einsatz — Verarbeitung ausschließlich in europäischer Infrastruktur, ohne Aufrufe an US-Dienste. Ausgelegt auf die Anforderungen, an denen Versicherer solche Systeme messen: DSGVO, EU AI Act, DORA und die aktuarielle Verschwiegenheitspflicht. Datentrennung, Protokollierung und Nachvollziehbarkeit sind dafür nicht Nachrüstung, sondern die Architektur selbst.
- Fail-closed — Greift eine Vertraulichkeits-Regel nicht, stoppt die Verarbeitung. Das System lässt Daten im Zweifel nicht weiterlaufen, sondern bricht ab.
Stand
Ein Prototyp, im eigenen Einsatz
Das Wissenssystem ist ein Prototyp in aktiver Entwicklung — im Einsatz in unserer eigenen aktuariellen Arbeit, nicht als Produkt am Markt. Einen härteren Test und einen ehrlicheren Beleg für ein Werkzeug gibt es nicht: Wir vertrauen ihm dieselbe Arbeit an, die wir unseren Kunden liefern. Schon im Prototyp gilt: Jede Antwort trägt ihren Beleg, jeder Schritt steht im Ledger, jeder Lauf lässt sich wiederholen. Was das nicht erfüllt, wird nicht freigegeben.
Das Wissenssystem ist das Werkzeug hinter unserer KI-Beratung — wie wir damit in Projekten arbeiten, steht dort.